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Inhalt:1. Einführung2. Symptome 3. Ursachen und funktionelle Störungen 4. Krankheitsverlauf 5. Diagnose 6. Therapie 7. Guter Schlaf und gesunde Ernährung 8. Beruf und Alltag 9. Quellen und Links |
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1. Einführung |
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| Sei es ein Tennisarm, ein steifer Nacken oder eine Sehnenscheiden- |
Zitate einer Betroffenen
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| entzündung, die weitaus meisten Menschen leiden im Laufe
ihres Lebens einmal an Schmerzen im Bereich von Muskeln, Sehnen oder Knochen,
also an rheumatischen Beschwerden. Meist lassen sich diese Beschwerden
gut heilen. Es gibt aber auch rheumatische Krankheiten, die schmerzhaft
und langwierig verlaufen, falls sie nicht sogar völlig unheilbar
sind. Hierzu gehören unter anderem Gicht, Arthrose, Arthritis, aber auch
die Fibromyalgie. Doch obwohl in Deutschland mehr als eine Million Menschen
an dieser Krankheit leiden, ist sie, selbst unter Medizinern nur wenig
bekannt. Vermutlich liegt es daran, daß sie ob der vielfältigen und
diffusen Symptome schwer zu diagnostizieren ist. Häufig lassen die
Symptome an völlig andere Erkrankungen denken und so werden Patienten
oft völlig falsch behandelt. Erst seit 1990 ist Fibromyalgie als eigenständiges Krankheitsbild definiert. Bekannt ist die Krankheit aber schon viel länger. Schon antike Ärzte kannten das Problem der diffusen Muskelschmerzen. Aus dem 12. Jahrhundert gibt es Beschreibungen in chinesischen Quellen und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden in Europa bereits die "Tender-Points" beschrieben, auf die später noch näher eingegangen wird. Doch erst um 1980 herum wurde klar, daß es sich nicht um eine entzündliche Krankheit handelte. |
Pat Abernathy:
"Es gibt Tage, da willst Du erst gar nicht aufstehen. Tage, an denen ich die Füße beim Aufstehen auf den Boden setze und dann wieder zurück ins Bett falle, weil die Schmerzen so stark sind." "Ich habe festgestellt, daß egal was ich tue, seien es nun der Haushalt oder die Gartenarbeit, ich für alles viel mehr Zeit brauche, weil ich mich alle 20 Minuten zum Ausruhen hinsetzen muß." "Ich muß mich entscheiden, ob ich etwas aufgeben möchte, oder ob ich es doch tue und dann mit den Konsequenzen leben will." "Es ist nicht sichtbar. Wenn Du mich ansiehst, würdest Du niemals denken, daß irgendetwas nicht in Ordnung sei." |
2. Symptome |
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| Charakteristisch für Fibromyalgie ist eine Vielzahl schmerzender |
mögliche Symptome
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| Muskeln und anderer Beschwerden, die gleichzeitig oder
im Wechsel auftreten. Nahezu alle Muskeln und Gelenke können betroffen
sein. Es ist allerdings nicht das Gelenk selbst, welches schmerzt, sondern
der gelenknahe Bereich und hier besonders die Muskel-Sehnen-Übergänge. Die schmerzhaften Muskelverspannungen betreffen vor allem Kreuz und Nacken, aber auch Hinterkopf, das Brustbein und sogar die Gesichtsmuskulatur können betroffen sein. Oft fassen die Patienten die Beschwerden mit dem lapidaren Satz "Es tut mir alles weh" zusammen. Die Schmerzen verstärken sich bei langem Sitzen und beim Verharren in einer Lage. Oft entstehen sie auch nachts. Am nächsten Morgen wird der Schlaf nicht als erholsam empfunden. Der Schmerz und die begleitende Steifheit sind meist am Anfang der Bewegung am stärksten, nehmen dann aber durch die wiederholte Muskelbetätigung wieder ab. Der Abnahme des Schmerzes folgt |
multiple Muskelschmerzen
Verspannungen Schlafstörungen Kopfschmerzen schnelle Erschöpfbarkeit Antriebsschwäche morgendliche Steifheit Magen- und Darmbeschwerden Menstruationsbeschwerden Herz- und Kreislaufbeschwerden Konzentrationsstörungen erhöhte Schmerzempfindlichkeit erhöhte Geräuschempfindlichkeit erhöhtes Kältegefühl Depressionen Atemprobleme Schweißbildung kreisrunder Haarausfall sexuelles Desinteresse Wassereinlagerungen |
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| dann aber schnell wieder eine Zunahme und eine rasche Ermüdung. | ||
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CFS
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| Durch die andauernden Schmerzen, ergeben sich oft psychische
Beschwerden wie Depressionen und Angstgefühle. Zahlreiche weitere Beschwerden können auftreten (siehe rechts) und durch die Fülle der Beschwerden sind Patienten mit Fibromyalgie häufig nicht in der Lage ein normales Leben zu führen. Vor allem die Mattigkeit und massive Abgeschlagenheit quält die Betroffenen neben den Schmerzen am meisten und hindert sie an einer regelmäßigen Berufstätigkeit. Zwar ist der Schmerz das Leitsyptom der Fibromyalgie (z.B. im Gegensatz zum CFS, siehe Kasten rechts), doch es gibt noch viele andere Krankheiten, die praktisch die gleiche Palette an Symptomen haben.Oft wird zum Beispiel eine somatisierte Depression für eine Fibromyalgie gehalten. |
Besonders in amerikanischen Veröffentlichungen
wird Fibromyalgie sehr oft mit dem chronischen Erschöpfungs-Syndrom
(CFS - chronic fatigue syndrom) in Verbindung gebracht, weil sich beide
Krankheiten in den Symptomen sehr ähnlich sind. Beim CFS steht
die Erschöpfung im Vordergrund der Beschwerden, während es
bei der Fibromyalgie die Muskelschmerzen sind. Bei beiden Krankheiten
treten auch gleiche Störungen im Schlafrhythmus. auf. Daher glauben
viele Forscher, daß es sich um die gleiche Krankheit handelt,
die sich im Einzelfall lediglich unterschiedlich auswirkt.
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3. Ursachen und Funktionelle Störungen |
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| Die genauen Ursachen für Fibromyalgie sind immer noch unbekannt. |
Das Wort: "Fibromyalgie"
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| Es wirken meist mehrere Faktoren gleichzeitig. Chronischer,
schlecht verarbeiter Streß im Berufsleben und im Alltag fördern den
Ausbruch genauso wie eingreifende Änderungen im sozialen Leben, wie
z.B. der Tod einer nahen Person, sowie physische und psychische Überlastungen
können einen Ausbruch fördern. Begünstigend wirken auch starkes Übergewicht,
Fehlhaltungen und Bänderschwächen. Fibromyalgie kann aber auch als Folge
einer anderen Erkrankung auftreten (z.B. Arthrose) oder Unfalles (HWS-Syndrom,
"Schleudertrauma") auftreten. |
Das Wort Fibromyalgie setzt sich zusammen aus
dem lateinischen Wort "fibra" (=Faser), sowie den drei griechischen
Worten "mys" (=Muskel), "algos" (=Schmerz) und "ia"
(=Zustand). Es bedeutet also wörtlich übersetzt "Muskelfaserschmerzzustand".
Dieses etwas holprige Wort beschreibt die wichtigsten Merkmale dieser
Krankheit.
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| Obwohl für Fibromyalgie oft auch physische
Ursachen in Frage kommen, sind besonders oft Menschen betroffen, die an
psychisch-emotionellen Ängsten und Spannungszuständen leiden, denn
Schmerzen müssen durch psychische Prozesse verarbeitet werden. Die psychische Grundstimmung ist entscheidend dafür, wie gut die Verarbeitung des Schmerzes erfolgen kann. So tritt Fibromyalgie oft auch auf bei sexuellem Mißbrauch, bei körperlicher Mißhandlung, gemütsmäßiger Vernachlässigung im Kindesalter oder bei anderen posttraumatischen Störungen. In manchen Studien lies sich gar ein Zusammenhang zwischen der Intensität des Traumas und der Stärke der Schmerzen ausmachen. Ein mögliches Erklärungsmodell könnte also wie folgt aussehen: Durch wiederholt erlittene psychische oder starke physische Traumata kommt es zu einer Hypersensibilisierung verschiedener Sinnesempfindungen, zum Beispiel zu einer geringeren Toleranz für Schmerzen. Das Gehirn muß erheblich mehr Umweltreize verarbeiten und verliert dadurch seine Fähigkeit die Reize richtig zu filtern und zu sortieren. Der Schmerz verselbständigt sich. Etwas salopp übersetzt könnte man von einer Allergie des Nervensystems sprechen. So wie das Immunsystem eines Allergikers zu sensibel auf bestimmte Stoffe reagiert, reagiert das Nervensystem zu sensibel auf bestimmte Sinneseindrücke. Das Modell hat ein Gegenstück in der Psychologie. Es ist erwiesen, daß wiederholte seelische Verletzungen in der Kindheit oder Jugend die Entwicklung zu einer eigenständigen und selbstbewußten Persönlichkeit stören. Eine wenig gefestigte Person ist aber wiederum erheblich empfindlicher gegenüber neuen psychischen Belastungen. Das bedeutet jedoch nicht, daß die Betroffenen einfach nur überspannt sind oder sich die Krankheit nur "einbilden". Denn obwohl die üblichen Blutuntersuchungen ohne Befund bleiben, lassen sich dennoch körperliche Veränderungen nachweisen. Die nötigen Untersuchungen hierfür sind jedoch extrem aufwändig und werden daher nur im Rahmen von Forschung und klinischen Studien durchgeführt. Nicht selten wird dabei festgestellt, dass das Gleichgewicht verschiedener Neurotransmitter und Stresshormone verschoben, was auf die chronische Streßreaktion schließen läßt. Meistens, aber auch nicht immer werden niedrige Serotonin- und Endorphinwerte gemessen, was zur Schmerzempfindlichkeit passt, da diese beiden Substanzen unter anderem für die Schmerzhemmung zuständig sind. Auch erhöhte Werte der "Substanz P" (ein weiterer Neurotransmitter, der für die Weiterleitung von Schmerz zuständig ist) und des "Nerve Growth Factor" lassen sich oft nachweisen. Vermutlich liegt bei Fibromyalgie-Patienten auch eine erhöhte Empfindlichkeit der Nozizeptoren vor. Dies sind die Nervenzellen, die für die Weiterleitung von Reflexen verantwortlich sind. Sie melden dann ständig, in Wirklichkeit nicht vorhandene Schäden des Körpers weiter, was zu einer ständig erhöhten Anspannung der Muskulatur führt, die auf diese Art permanent im Alarmzustand gehalten wird. Die ständige Überbeanspruchung führt schließlich zu Schmerzen im Gewebe. Da die Nozizeptoren auf verschiedene Substanzen, unter anderem auf Serotonin reagieren, könnte hier ein Zusammenhang zu den weiter oben beschriebenen Stoffwechselstörungen bestehen. Eine weitere Theorie vermutet, dass es durch schlecht verarbeiteten Stress zu Schlafstörungen kommen, die zu einem Mangel an Wachstumshormonen führen, die vor allem während des Schlafes produziert werden. Dies hat zur Folge, dass sich die Muskeln schlechter regenerieren können und schmerzen. [10] Es muß jedoch noch einmal betont werden, daß die wahre Ursache noch nicht bekannt ist. Alle in diesem Abschnitt beschriebenen Modelle sind derzeit noch Theorien. Es wird jedoch allmählich deutlich, dass die Ursache für Fibromyalgie eher im Bereich des Nervensystems zu suchen ist, und nicht im Muskel selbst. Tatsächlich handelt es sich also eher ein neurologisches bzw. psychiatrisches und kein rheumatologisches Problem. |
4. KrankheitsverlaufAn Fibromyalgie erkranken die meisten Menschen in einem mittleren Lebensalter, im allgemeinen zwischen 35 und 45, aber die Beschwerden können durchaus auch schon bei Kindern und Jugendlichen beginnen, werden dann aber meist dem "Wachstum" zugeschrieben. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Krankheit erst wesentlich später einsetzt. Übrigens leiden Frauen etwa acht mal häufiger als Männer an Fibromyalgie, dafür erkranken Männer im Durchschnitt früher.Die Krankheit beginnt schleichend und oft auch mit unspezifischen Beschwerden. Meist beginnen die Beschwerden an ein oder zwei Körperstellen, sehr oft am Rücken. Im weiteren Verlauf breiten sich die Beschwerden aus, werden stärker und schließlich chronisch. Im Regelfall nimmt die Krankheit einen wellenförmigen Verlauf mit Phasen der Besserung und Verschlechterung. Im Laufe des Tages sind die Beschwerden morgens am stärksten. Im Frühjahr und Herbst treten sie häufiger auf, da die Patienten auf Nässe und Kälte negativ reagieren. Allgemein sind Betroffene auch "wetterfühlig". Sehr häufig kommt es mit andauernden Verlauf der Krankheit auch zu psychischen Folgen. Zum einen durch den ständigen Schmerz, aber auch durch die Umwelt, die oft unverständig reagiert. Das wiegt besonders schwer bei Menschen die bereits vor der Erkrankung mit psychischen Problemen kämpften, da sich hier die zwei Krankheiten gegenseitig verstärken. |
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Die ACR Kriterien
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| Da die Ursachen noch unklar sind, ist Fibromyalgie nicht
heilbar. Mit geeigneten Therapien lassen sich die Schmerzen aber verringern.
Die Krankheit ist trotz des chronischen und belastenden Schmerz- charakters
nicht lebensbedrohlich und führt auch bei langem Verlauf nicht zu einer
Versteifung der Gelenke oder zu anderen organischen Schäden Über die Dauer der Krankheit ist wenig bekannt. Häufig werden Beschwerdezeiträume von 15 Jahren und mehr gefunden, aber es gibt große Differenzen, was die Dauer und das Ausmaß der Beschwerden angeht. |
Den Klassifikationskriterien des American College
of Rheumatology (ACR) zufolge bestehen bei Fibromyalgie ausgedehnte
generalisierte Schmerzen, die zumindest drei Monate bestanden haben.
An mindestens 11 von 18 Schmerzpunkten (Tenderpoints) treten Druckschmerzen
auf. Generalisierte Schmerzen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie
in beiden Körperhälften lokalisiert sind, im Ober- und Unterkörper
und im Bereich des Achsenskeletts (HWS, BWS oder tief sitzende Kreuzschmerzen).
[08]
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5. Diagnose |
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| Bevor die richtige Diagnose gestellt wird, haben die Betroffenen nicht |
somatisierte Depression
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| selten eine langjährige Odyssee von Arzt zu Arzt hinter
sich. Meist werden die zahlreichen Beschwerden nicht ernst genommen oder
es werden gar falsche Diagnosen gestellt, weil nur einzelne Symptome berücksichtigt
werden. Häufig werden die Patienten als psychisch krank abgestempelt
oder sogar als Simulanten und Drückeberger. So wundert es nicht, daß
zwischen Auftreten der Beschwerden und der Diagnose im Schnitt etwa 5-10
Jahre vergehen. Die psychischen Belastungen durch die ständige Unsicherheit
und die zahlreichen, oft unnötigen Behandlungen und Untersuchungen
verstärken die Krankheit noch. Tatsächlich stellt sich die Diagnose für den Arzt oft schwierig dar. Immer wieder läßt die verwirrende Vielfalt der Symptome an andere Krankheitsbilder denken. Da charakteristische Krankheitssymptome fehlen kann die Krankheit nur durch den Ausschluß anderer Krankheiten diagnostiziert werden. Hierfür muß ausführlich die Krankheitsgeschichte erfragt werden. Die üblichen Laborwerte und Röntgenbilder bleiben ohne Befund. Sie haben nur den Zweck, andere Erkrankungen auszuschließen. Kommt es hier zu Auffälligkeiten, ist eine Fibromyalgie unwahrscheinlich. Charakteristisch sind Druckschmerzen an den Ansatzstellen der Sehen. Man spricht hier von "Tender-Points". Laut Definition müssen für die Diagnose Fibromyalgie 11 der 18 Tender Points druckempfindlich sein. Wenn es andere, typische Symptome gibt, kann die Diagnose auch schon bei weniger Tender-Points eindeutig sein. |
Besonders schwierig ist für
den Arzt die Unterscheidung zwischen Fibromyalgie und somatisierter
Depression. Diese Form der Depression äußert sich wie die
Fibromyalgie, vor allem durch Schmerzen in unterschiedlichen Körperteilen.
Auch Tender Points können vorhanden sein, denn aus einer somatisierten
Depression kann sich durchaus auch eine sekundäre Fibromyalgie
entwickeln. Umgekehrt kann aus einer Fibromyalgie allerdings auch eine
Depression entstehen. Es stellt sich die berühmte Frage nach der
Henne und dem Ei. Letzten Endes hilft im Zweifelsfall nur ausprobieren.
Grundsätzlich git: Als erstes muß eine zugrunde liegende Depression behandelt werden. Also sollte in den Fällen, in denen die Diagnose unklar ist, zunächst einmal mit modernen Antidepressiva z.B. Serotonin Wiederaufnahme Hemmern, therapiert werden. Die klassischen tricyclischen Antidepressiva sind hierzu ungeeingnet, da sie oft auch Patienten mit Fibromyalgie helfen. Diese reagieren auf die neueren Antidepressiva im allgemeinen nicht, während Patienten mit einer somatisierten Depression meist recht gut ansprechen und die Schmerzen rasch nachlassen. |
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Die Lage der Tender-Points:
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6. Therapie |
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| Da es für Fibromyalgie noch keine erkennbare Ursache gibt, hat die |
Physikalische Therapie
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| Behandlung anhand der Symptome erfolgen. Die Therapie der
Krankheit erfordert sehr viel Geduld und ein sehr gutes Vertrauensverhältnis
zwischen Patienten und Arzt. Die unterschiedlichen behandelnden Institutionen
wie Ärzte, Psychologen und Krankengymnasten müssen eng zusammen
arbeiten. In sehr schweren Fällen ist die stationäre Behandlung in einer
mit Fibromyalgie erfahrenen Rheuma Fachklinik erforderlich. Am häufigsten haben die folgenden Therapieformen Erfolge erzielt: |
Häufig hilft Krankengymnastik zur Entspannung
und Kräftigung der Muskulatur. Auch Schwimmen bzw. Übungen in warmen
Wasser bringen oft Linderung. Auch nicht belastende Maßnahmen zur Steigerung
der Fitneß zeigen gute Erfolge. So z.B. Radfahren, flottes Gehen oder
Tanzen. Anwendung von Kälte oder Wärme zeigen unterschiedliche
Erfolge. Auch Massagen lindern oft die Beschwerden.
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| - physikalische Therapie - psychologische Hilfen - Entspannungstechniken - Medikamente |
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Psychologische Hilfen
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| Der beste Erfolg wird erzielt, wenn alle vier Punkte gleichzeitig
und gut koordiniert eingesetzt werden (multimodale Therapie). Fast immer
erfolglos sind dagegen Operationen und auch Akupunktur hilft nur selten. Dr. Thomas Weiss teilt die Therapie in seinem Buch "Fibromyalgie" in 10 Punkte ein [L1]: |
Zu den körperlichen Beschwerden kommen häufig
auch Schuldgefühle durch die reduzierte Leistungsfähigkeit, verminderte
Selbstwertgefühle, Angst und Depressionen. Das läßt sich durch
eine begleitende Psychotherapie auffangen. Hier können Techniken zur
Schmerzbewältigung erlernt werden. Eine Art Krankengymnastik für die
Seele.
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| 1. Information und innere Einstellung 2. Entspannnen und Loslassen 3. Physikalische Therapie 4. Fitness schaffen |
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| 5. Gesunden Schlaf fördern |
Entspannungstechniken
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| 6. Gesunde Ernährung 7. Verbesserung der Durchblutung 8. Therapie des Lymphödems 9. Medikamente |
Bewährt haben sich auch Techniken zur Entspannung
wie zum Beispiel die Muskelentspannung nach Jakobsen, autogenes Training
oder Meditation.
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| 10. Psychotherapie Ein ähnliches Konzept vertrat Dr. Gerhard Müller Schwefe. Er ist Leitender Arzt im Schmerzzentrum Göppingen und Präsident des |
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| schmerztherapeutischen Kolloquiums der Deutschen Gesellschaft |
Medikamente
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| für Schmerztherapie) im Gesundheitsgespräch des
Bayrischen Rundfunks am 19.07.2003 [7]: "Es gibt vier Bausteine, die zusammengehören, um Fibromyalgie effektiv zu behandeln:
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Klassische Schmerzmittel zeigen meist nur einen
geringen Erfolg und auch nur bei etwa 30-40% der Patienten. Hier hilft
nur ausprobieren, welches hilft. Opiate und Kortison sind ebenso wirkungslos
wie Schlafmittel und die üblichen Mittel zur Muskelentspannung.
Die klassischen Rheumamittel wie Ibuprofen, Dicolfenac o.ä. bringen
nur Erfolg, wenn gleichzeitig noch eine andere Erkrankung vorliegt.
Viele Fibromyalgie Patienen sprechen gut auf einige niedrig dosierte tricyclische Antidepressiva an. Hier findet vor allem Amitryptilin Verwendung. Diese wirken vor allem durch die Verbesserung des Schlafes und die Minderung des Schmerzempfindens. Die Dosis ist deutlich niedriger, als bei Depressionen. Erfolglos ist dagegen in der Regel der Einsatz von neueren Antidepressiva mit Ausnahme des Wirkstoffes Mirtazapin. Recht erfolgreich werden auch die beiden nicht auf Opiaten basierenden Schmerzmittel Tolperison und Flupirtin eingesezt. Diese normalisieren die Muskelspannung und durchbrechen das Schmerzgedächtnis. Sie greifen in die Prozesse bei der Ausschüttung der Neurotransmitter ein, indem Sie auf die sogenannten Calcium- und Kalium-Ionenkanäle einwirken. [9] |
7. Guter Schlaf und gesunde Ernährung |
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| Die meisten Fibromyalgie-Patienten leiden zusätzlich auch an einer |
Fitnesstraining
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| Schlafstörung. Bei Beobachtungen in einem Schlaflabor
wurde eine sogenannte alpha-EEG- Abnormalität festgestellt. Das bedeutet,
daß die Betroffenen zwar recht gut einschlafen, aber ihr Tiefenschlaf
wird regelmäßig unterbrochen. Dadurch kann sich der Körper
nicht ausreichen erholen. Das führt dazu, daß sich die Betroffenen
am nächsten Morgen völlig zerschlagen und wenig ausgeruht fühlen.
Gesunde Menschen, deren Tiefenschlaf in der gleichen Weise unterbrochen
wurde, zeigten sehr schnell typische Symptome von Fibromyalgie oder CFS.
Einige Fibromyalgie Patienten zeigen auch weitere Schlafstörungen,
wie das "restless leg syndrom" oder Zähneknischen. Da Serotonin auch für die Steuerung des Schlafes zuständig ist, ergibt sich hier ein weiteres Stück im großen Puzzle der Ursachenforschung. Es ist jedoch nicht klar, ob die Schlafstörungen die Ursache oder nur ein weiteres Symptom sind. Es liegt daher nahe, bei der Ernährung auf alles zu verzichten, was |
"Ein starker Rücken kennt keine Schmerzen",
mit diesem eingängigen Spruch wirbt eine Fitness Studio Kette.
Damit hat es schon seine Richtigkeit und so steht auch für Fibromyalgie
Patienten die Kräftigung der Muskulatur ganz oben auf dem Therapieplan.
Eine kräftige Muskulatur, unterstützt den Bewegungs-apperat
und beugt Fehlhaltungen vor, die nun wieder Ursache für Schmerzen
sein können. In einem guten Fitness-Studio (es muß nicht
das mit dem Spruch sein), gibt es gut ausgebildete Trainer, die mit
den Kunden einen individuellen Plan zum Training ausarbeiten. Leider
gibt es auch hier viele schwarze Schafe auf dem Markt und mit dem falschen
Training kann viel Schaden angerichtet werden. Eine sorgfältige
und kritische Auswahl ist daher wichtig.
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| einen ungünstigen Einfluß auf den Schlaf hat.
Hierzu zählt vor allem Koffein (Kaffee, schwarzer Tee, Cola, etc.)
und Nikotin. Eine Schlüsselrolle bei der Schmerzverarbeitung durch den Körper spielt die Arachidonsäure. Das ist eine vierfach ungesättigte Fettsäure, die der Körper selbst bildet, die wir aber auch mit tierischen Fetten aufnehmen. Eine Kost, die reich an Arachidonsäure ist, wirkt schmerzfördernd. Arachidonsäure findet sich vor allem in Schweinefleisch, Schmalz, Eigelb, Heilbutt, Thunfisch und Aal. Der tägliche Bedarf an tierischen Fetten kann stattdessen durch fettarme Milchprodukte gedeckt werden. [L3] Positiv wirkt dagegen eine Kost, die reich an den sogenannten Omega-3-Fettsäuren ist. Diese finden sich z.B. in Seefisch (auch in fetten Fischen wie Lachs, Hering oder Makrele), Walnüssen, Soja, Weizenkeimen und Raps. [L3] Die letzen beiden Empfehlungen gelten streng genommen nur für entzündliche Erkrankungen. Wie weiter oben beschrieben kann Fibromyalgie jedoch auch Folge einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung sein oder umgekehrt, die Fibromyalgie kann manchmal zu solchen Erkrankungen führen (Stichwort: Fehlhaltungen). |
8. Beruf und Alltag |
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| Zusätzlich zu der reduzierten Belastbarkeit in ihrem Alltag leiden |
Selbsthilfegruppen
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| viele Patienten vor allem auch bei der Arbeit unter ihren
Leistungseinbußen. Menschen mit Fibromyalgie neigen sehr häufig zu Exaktheit
und Genauigkeit, zeigen Leistungsbereitschaft und setzen sich selbst unter
Zeitdruck. Es belastet sie daher besonders stark, wenn sie ihrer Aufgabe
nicht mehr voll gewachsen ist. Wenn es dann nicht zeitig zu einer Optimierung
des Arbeitsplatzes kommt, zum Beispiel durch Arbeitshilfen, eine Umstellung
von Arbeitsabläufen oder Pausen, kann ein abrupter Leistungseinbruch eintreten,
der häufig sehr lange Fehlzeiten bedeutet. Ist es zu längeren
Ausfallzeiten gekommen, ist ein Wiedereinstieg in Stufen zu empfehlen.
Da Fibromyalgie im Gegensatz zu anderen häufigen Krankheiten noch wenig bekannt ist und auch keine sichtbaren Merkmale zeigt, |
Wie die meisten Menschen mit Rheuma, empfinden
es auch Patienten mit Fibromyalgie, oft besonders hilfreich, andere
Menschen zu treffen, die ebenfalls an ihrer Krankheit leiden, um sich
mit ihnen auszutauschen. Die Deutsche Rheuma-Liga organisiert die Selbsthilfegruppen.
In erster Linie erfahren die Patienten hier Zuwendung, Ermutigung und
Bestätigung. Häufig finden sie hier die einzige Möglichkeit, sich
mit ihrer persönlichen Situation auseinanderzusetzen und neue Wege für
den Umgang mit der Erkrankung zu finden.
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| werden die Betroffenen teilweise als Drückeberger angesehen
und in Folge dessen von Mitarbeitern gemobbt, was den Verlauf der Krankheit
noch verstärkt. Die Hilflosigkeit die den Betroffenen von den Ärzten und ihrem privaten Umfeld entgegengebracht werden, wird von Betroffenen oft als "nicht ernst genommen werden" empfunden, was letztlich zu Rückzug und Isolation sowohl am Arbeitsplatz, als auch in der Freizeit, führt. Dazu kommt, daß sich viele Patienten immer mehr einschränken, in dem Glauben sich schonen zu müssen, um sich die Kraft für die Arbeit oder den Haushalt zu erhalten. Darunter leiden die privaten Aktivitäten, was einen erheblichen Verlust an Lebensqualität bedeutet. Schließlich besteht das Leben der Betroffenen nur noch aus Arbeit und Schonung, daraus resultiert nicht selten eine Depression. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen sollte man besonders die angenehmen Aktivitäten allmählich wieder steigern. Wichtig ist die allmähliche und behutsame Steigerung. Bei der Überwindung des Rückzugsverhaltens und der Isolation können auch Selbsthilfegruppen hilfreich sein. Oft läßt sich hier das richtige Einschätzen der eigenen Leistungsgrenzen erlernen. |
9. Quellen und Links |
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| Deutsch: | ||
| Deutsche Rheuma-Liga Fibromyalgie-aktuell Rheumazentrum Heidelberg Fibromyalgie-Forum Fibromyalgie.de Psychosoziale Gesundheit [07] Gesundheitsgespäch des Bayrischen Rundfunks [08] Ärzte Zeitung [09] Uwe Junker, Rationale Pharmakotherapie bei Rücken-schmerzen, aus: StK - Zeitschrift für angewandte Schmerztherapie, Ausgabe 1/2003 [10] Prof. Dr. Peter Keel, Bethesda Spital Basel, "Fibromyalgie: Modell einer somatoformen Störung", veröffentlicht bei universimed.com, 14.11.2005 |
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| Englisch: | ||
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In eingener Sache
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| Fibromyalgia
Network DrKoop.com Bücher: |
Wer sich für einen Teil meiner eigenen Geschichte
interessiert, der kann sie sich hier als pdf-Datei herunterladen (67kB).
meine Geschichte: Ein Jahr Fibromyalgie |
|
| [L1] Dr. Thomas Weiß, Fibromyalgie, 1997, Südwest Verlag, ISBN 3-517-01993-3" | ||
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Zu guter Letzt
|
||
| [L2] Dr. Wolfgang Brückle, Fibromyalgie: das unbekannte
Rheuma, 1997, Urania Verlag Berlin, ISBN 3-332-00613-4 [L3] Genußvoll essen bei Rheuma, Midena Verlag, 2000, ISBN 3-310-00587-9 |
... und nach all den ernsten und unerfreulichen
Dingen, gibt es hier auch noch etwas lustiges zum Thema:
Hägar's Arztbesuch |
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