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Inhalt:

1. Einführung
2. Intraossäres Ganglion
3. Ursachen
4. Symptome
5. Diagnose
6. Therapie
7. Krankheitsverlauf
8. Prävention
9. Quellen

Intraossäres
Ganglion

Am Beispiel Mondbein



[neu am 06. Jan. 2005]



Wichtiger Hinweis:

Bitte beachten Sie, dass dies ein Text ist, der von einem Laien für andere Laien geschrieben wurde. Er soll Sie über das Krankheitsbild des intraossären Ganglions informieren. Er kann nicht die kompetente Diagnose durch einen Arzt ersetzen. Bitte versuchen Sie nicht sich selbst zu behandeln. Bei dem Text handelt es sich im wesentlichen um eine Zusammenfassung der im Kapitel 9 genannten Quellen. Eine Garantie auf Richtigkeit kann daher nicht gegeben werden.




1. Einführung

Zysten sind mit einer schleimartigen (muzinösen) Flüssigkeit gefüllte Blasen. Sie entstehen normalerweise in den Weichteilen. Zysten die eine Verbindung zu einem Gelenk haben und mit Gelenkflüssigkeit gefüllt sind, heißen Ganglien. Nur selten entstehen Zysten und Ganglien in einem Kochen. Sie heißen dann Knochenzysten bzw. intraossäre Ganglien (intraossär = innerhalb eines Knochens).


2. Intraossäres Ganglion

Spongiosa
Bei einem intraossärem Ganglion handelt es sich um eine gutartige, tumorähnliche Knochenschädigung. Es gehört zur Gruppe der Knochenzysten und kommt hauptsächlich in Röhrenknochen, in den Knochen des Handgelenks (meist Mond- oder Kahnbein) und in den Beckenpfannen (Acetabelum) vor. Wie alle Ganglien befindet es sich immer in der Nähe des Gelenks. Durch winzige Risse (z.B. durch eine Verletzung) in der Gelenkoberfläche kann Gelenkflüssigkeit in den Markraum des benachbarten Knoches eindringen und die Spongiosa (siehe Kasten rechts) zerstören. Es kommt zur Ausbildung eines Hohlraumes, in dem sich das Ganglion bildet. In seltenen Fällen kann sich das intraossäre Ganglion auch außerhalb des Knochens (extraossär) ausbreiten. [2]
lateinisch: spongia = Schwamm

Die Spongiosa ist ein im Innenraum des Knochens schwammartig aufgebautes System, das aus feinen Knochenbälkchen besteht. Die Spongiosa bildet ein engmaschig vernetztes Gerüst, wobei die meisten Bälkchen entlang der wichtigsten Belastungslinien des Knochens angeordnet sind. In den Hohlräumen des „Netzes“, das die Spongiosabälkchen bilden, befindet sich das Knochenmark. [1]


3. Ursachen

Bildgebende Verfahren
Die Günde für die Entstehung eines intraossären Ganglions sind unbekannt. In den verschiedenen Quellen werden von genetischen oder traumatischen (verletzungsbedingten) Ursachen bis hin zu biochemischen Veränderungen und chronisch falscher Belastung alle möglichen Varianten diskutiert.

Ein Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, familiärem Umfeld, Medikamenten oder bestimmten Berufen konnte bisher nicht festgestellt werden. [4]
 

4. Symptome

Intraossäre Ganglien machen sich vor allem durch Schmerzen bemerkbar. Falls es einen extraossären Anteil außerhalb des Knochens gibt, kann es auch zu Wölbungen an den entsprechenden Stellen kommen.

Die Schmerzen sind im Allgemeinen belastungsabhängig und auf der Streckseite des Handgelenkes. Sie können bis in die Finger und den Unterarm ausstrahlen. Das Beugen, aber vor allem das Strecken der Hand z.B. auch beim Aufstützen wird als besonders schmerzhaft empfunden. Nicht selten gehen die Beschwerden mit Kraftlosigkeit einher. [3]

Die Schmerzen entstehen vermutlich durch den Druck, den das Ganglion auf das umgebende Gewebe und Nerven verursacht. [3]

Nicht alle Ganglien verursachen Schmerzen. Manchmal können große Ganglien völlig schmerzfrei bleiben, während winzige, kaum sichtbare Mikroganglien massive Schmerzen verursachen können. [3]
 

5. Diagnose

Die erste Vordiagnose und Abgrenzung zu anderen Erkrankungen erfolgt durch Abtasten des entsprechenden Bereiches und durch verschiedene Funktionstests, die für andere Krankheiten spezifische Beschwerden verursachen.

Röntgen [Bild 1]:
Das Röntgenbild ist meistens unauffällig. Nur bei hochauflösenden Aufnahmen und genauer Examination sind je nach Größe des Ganglions Veränderungen feststellbar. Im Spätstadium lassen sich ggf. Knochenfrakturen erkennen.

Szintigraphie [Bild 2]:
Die Szintigraphie ist ein unspezifisches bildgebendes Verfahren. Mit Hilfe der Szintigraphie können aber schon im frühen Stadium die betroffenen Bereiche sichtbar gemacht werden. Außerdem dient sie zum Ausschluss anderer, generalisierter entzündlicher Erkänkungen wie z.B. Arthritis oder Gicht. Sie kann daher bei unklaren Ursachen für die Beschwerden ein hilfreiches Verfahren sein.

Kernspintomographie [Bild 3 und 4]:
auch MRT (magnetic resonance tomography) oder MRI (magnetic resonance imaging) genannt.

Der Vorteil der Kenspintomographie ist die Möglichkeit der Darstellung nicht nur von Knochen und anderen harten Strukturen, sondern auch von Weichteilen wie Knorpel, Sehnen oder Gefäßen. Durch den entsprechenden Einsatz von Kontrastmitteln können einzelne Bereiche besonders gut sichtbar gemacht werden. Im Gegensatz zum Röntgen kann die Darstellung gleichzeitig in mehreren Ebenen erfolgen, so dass eine dreidimensionale Beurteilung möglich wird. Außerdem wird der Patient nicht mit Röntgenstrahlen belastet.

Im den Bildern 3 und 4 ist der Schaden im Bereich des Mondbeins gut zu erkennen, da die Knochen selber das Kontrastmittel nicht aufnehmen sollten. (die hellen, runden Flecken, vor allem in Bild 4 sind Blutgefäße)

Der Nachteil der Kernspintomographie ist die häufige Unschärfe des Bildes, die durch die vielen verschiedenen dargestellten Gewebearten entsteht. Feine Details sind daher oft nicht darstellbar.

Computertomographie [Bild 5 und 6]:
Die Computertomographie (Abkürzung CT) liefert sehr scharfe Bilder, mit denen sich auch feine Details, wie zum Beispiel die Spongiosa darstellen lassen (in Bild 6 teilweise recht gut zu erkennen). Auch dieses Verfahren ermöglicht eine Darstellung in mehreren Ebenen. Es belastet den Patienten jedoch mit Röntgenstrahlung.

Zur Unterscheidung einzelner Krankheitsbilder voneinander, kann die exakte Darstellung der Art der Schäden sehr wichtig sein. Als Beispiel soll hier die Abgrenzung zur Lunatummalazie im frühen Stadium genannt werden, die ein ähnliches Schmerzgeschehen zeigt und mittels Szintigraphie gar nicht und mittels MRT kaum vom intraossären Ganglion zu unterscheiden ist. Mit der CT lässt sich jedoch klar erkennen, ob der Schaden im Knochen eine klare Umgrenzung aufweist und die umgebende Spongiosa intakt ist (intraossäres Ganglion) oder ob die Spongiosa nekrotisch ist (Lunatummalazie).

Sonographie:
Die Sonographie (Messung mit Ultraschall) ist bei einem Ganglion nicht hilfreich. [3]

Biopsie:
Bleibt die Diagnose trotz der bildgebenden Diagnostik unklar, wird eine Biopsie durchgeführt. Je nach Sachlage kann das auch gleichzeitig mit einer ohnehin erforderlichen Operation durchgeführt werden und die exakte Diagnose im Nachhinein gestellt werden.

Bild 1: Röntgenaufnahme



Bild 2: Szintigraphie



Bild 3: Kernspintomographie längs



Bild 4: Kernspintomographie quer



Bild 5: Computertomographie längs



Bild 6: Computertomographie quer


6. Therapie

Solange ein intraossäres Ganglion keine Schmerzen verursacht oder die Gefahr einer Krochenfraktur besteht, bedarf es keiner Behandlung. [4]

Operation:
Bei Beschwerden wird in einer Operation der betroffene Bereich freigelegt, die Zyste entfernt und die Knochenhöhle ausgekratzt. Kleine Höhlen müssen nicht aufgefüllt werden. Bei größeren Höhlen erfolgt eine sogenannte Spongiosaplastik. Hierbei wird aus einem gesundem Knochen (z.B. Speiche oder Becken) ein Teil gesunder Spongiosa entnommen und in die Höhle eingesetzt. Da es sich um lebendes Gewebe handelt, verwächst es mit dem restlichen Knochen. [4]

Bei günstiger Lage kann die Operation auch arthroskopisch (Endoskopie, minimal invasiver operativer Eingriff) durchgeführt werden. [4]

Spezielle Risiken bestehen durch eine solche Operation eigentlich nicht. Natürlich bestehen die allgemeinen Operations- und Narkoserisiko. In Einzelfällen kann es zu Wundinfektionen oder Beschädigung von Gefäßen oder Nerven kommen, die eine Bewegungseinschränkung zur Folge haben können. Es wurden Fälle dokumentiert, in denen das Spongiosaimplantat nicht verwachsen ist. [4]

Mobilisation:
Nach der Operation wird sobald wie möglich mit der entsprechenden Krankengaymnastik begonnen, um eine Versteifung des Gelenkes zu verhindern.


7. Krankheitsverlauf

Da es sich bei einem intraossärem Ganglion um einen gutartigen Tumor handelt, ist eine Ausbreitung auf andere Knochen nicht zu erwarten. Das intraossäre Ganglion selbst kann jedoch weiter wachsen.

Ein großes Ganglion kann zu Frakturen der betroffenen Knochen führen. Es kann daher erforderlich sein, ein einmal festgestelltes intraossäres Ganglion regelmäßig zu überprüfen, auch wenn es keine anderen Beschwerden verursacht.


8. Prävention

Da die Ursachen für die Bildung eines intraossären Ganglions nicht bekannt sind, können auch keine Empfehlungen für die Prävention ausgesprochen werden


9. Quellen und externe Links

[01] Wikipedia
[02] Universitätsklinikum Eppendorf
[03] Atos Praxisklinik Heidelberg
[04] Leitlinien der deutschen orthopädischen Gesellschaft




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