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1. Einführung |
Der Aufbau der Hand
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| Die Lunatummalazie ist eine Erkrankung, bei
der es zu einem teilweisen oder vollständigem Absterben (medizinisch:
Nekrose) des Mondbeins kommt. Der Prozess verläuft aseptisch, das
heißt ohne Beteiligung von Bakterien und ohne daraus resultierede
Eiterbildung. Das Mondbein (lateinisch: Os Lunatum) ist einer der 8 Knochen der Handwurzel (siehe Graphik rechts) und ist von entscheidender Bedeutung für die Beweglichkeit und Stabilität des Handgelenks. Das gilt besonders für die Übertragung der auf das Handgelenk einwirkenden Kräfte, da es gleichzeitig auf Elle und Speiche aufliegt. Stirbt das Mondbein ab, können diese Kräfte nicht mehr richtig übertragen werden. Die Krankheit ist mit starken Schmerzen im Bereich des Handgelenks verbunden und verläuft ohne Behandlung über mehrere Stadien bis es schließlich zur völligen Auflösung des Mondbeins kommt. Parallel dazu kommt es zu einem Kraftverlust in der betroffenen Hand und zu deutlichen Einschränkungen in der Beweglichkeit des Handgelenks. Andere Namen für Lunatummalazie sind: Deutsch: Lunatumnekrose, Mondbeitod, Morbus Kienböck Englisch: |
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| Kienbock's disease, Lunatomalacia, Aseptic necrosis Die Krankheit ist zwar nicht lebensgefährlich, kann aber erhebliche Einschränkungen mit sich bringen. Drastische Änderungen des Lebensstils, das Aufgeben von Hobbys oder sogar des ausgeübten Berufs können erforderlich sein. |
| Die Blutversorgung des Mondbeins kann aus genetischen Gründen
variieren. Sie kann durch eine einzelne Arterie von oben (dorsal), von
unten (volar) erfolgen oder durch mehrere Blutgefäße. Ein Mondbein,
das nur von einem Blutgefäß versorgt wird, hat natürlich
theoretisch ein höheres Risiko von der Blutversorgung abgeschnitten
zu werden und eine Nekrose zu entwickeln. Eine erhöhte Muskelspannung wird auch als ein weiterer Risikofaktor |
| diskutiert. Durch die erhöhte Muskelspannung wird mehr Kraft auf das Gelenk ausgeübt, was wiederum zu Mikrofrakturen oder zur |
ICD10 Code
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| Unterbindung der Blutzufuhr führen kann. Eine erhöhte Spannung in der Muskulatur kann durch verschiedene Krankheiten verursacht werden, ist oft aber auch die Folge von andauerndem Stress, psychischer Belastung oder chronischer Fehlbelastung / Fehlhaltung am Arbeitsplatz. Zur Prävention der Erkrankung kann daher auch der Arbeitgeber beitragen. |
Der ICD10 Code ist eine internationale Klassifikation
von Krankheiten und Diagnosen und dient in Deutschland zur Abrechnung
mit den Krankenkassen. Der ICD10 Code für die Diagnose Lunatummalazie
lautet "M92.2"
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4. Kranheitsstadien und DiagnoseDie hier verwendete Einteilung der Krankheitsstadien erfolgt nach dem System von Lichtmann. Dieser hat 1977 die ursprüngliche Klassifikation von Stahle modifiziert und sich dabei an den erforderlichen Behandlungen orientiert. |
5.1 Behandlung im Stadium I |
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| Lediglich im Stadium I besteht eine gewisse Chance, für
einen Behandlungserfolg ohne operativen Eingriff. Hierzu wird das Handgelenk
für einen langen Zeitraum (ca. 6-12 Wochen) ruhig gestellt. Dabei
bleiben die Finger zwar beweglich, aber die Hand darf bei deren Nutzung
nicht belastet werden (z.B. duch Tragen von Gegenständen). Anschließend
muß das Gelenk durch Krankengymnastik wieder mobilisiert werden. Sofern sich die Durchblutung des Mondbeins wieder verbessert hat, läßt sich das mit einer Kernspintomographie nachweisen. Die Behandlung führt jedoch nicht oft zum Erfolg und kann daher lediglich als Versuch betrachtet werden. Bleibt der Erfolg aus, wird ein operativer Eingriff erforderlich. |
| Operationstechniken, bei denen versucht wird die Blutversorgung des Monbeins wieder herzustellen, nennt der Fachmann Revaskulierung. Ein solche Operation macht aber nur Sinn, wenn das Mondbein noch nicht kollabiert ist und wird daher vor allem im Stadium II angewendet. Eine Revaskulierung wird auch ergänzend zu einer Korrektur der Ulna Variante durchgeführt, um das Mondbein zu revitalisieren, nachdem die Druckbelastung verringert wurde. Verläuft die Revaskulierung erfolgreich, kann sich das Mondbein wieder |
| regenerieren. |
Denervation
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| Bei der am häufigsten eingesetzten Methode zur Revaskulierung
wird ein Stück gesunden Knochens aus der Elle in das Mondbein transplantiert.
Dadurch kann es zu einer Anregung der Blutversorgung des Mondbeins kommen.
Die Operation erfordert besonderes Geschick vom Chirugen, denn es müssen
die winzigen Gefäße des Knochenstückes aus der Speiche
mit dem Mondbein verbunden werden. Anstelle der Elle, kann auch das Erbsenbein
als Spender dienen. Eine Variante dieser Operationstechnik ist das direkte Anlegen einer neuen Arterie an das Mondbein. |
Zur Unterstützung der Ergebnisse der Operationen
in allen Stadien wurd oft eine Denervation durchgeführt. Vor allem,
wenn die Ursache der Lunatummalazie nicht mehr beseitigt werden kann.
Dabei werden einzelne Nerven durchtrennt, welche die Schmerzen aus dem
Handgelenk transportieren. Dadurch wird der Schmerz nicht vollständig
ausgeschaltet, aber vermindert. Die Unterbrechung der Schmerznerven
führt nicht zu einem Verlust des Tastsinns.
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| In einem frühen Krankheitsstadium kann auch eine Transplatation von eigenem Knochenmark durchgeführt werden. Dabei wird aus dem Hüftknochen das Knochenmark entnommen und im Mondbein wieder eingesetzt. |
| Handwurzelknochen werden untereinander verschraubt. Das Gelenk nach kann dieser Operation zwar nicht mehr stark belastet werden, aber eine Restbeweglichkeit bleibt erhalten. |
6. Aussichten und PräventionWie bereits weiter oben beschrieben ist eine vollständige Heilung der Lunatummalazie derzeit nicht möglich. Es kann lediglich der Fortschritt der Erkrankung aufgehalten werden.Grundsätzlich müssen Patienten mit Lunatummalazie über einen |
| Wechsel des Arbeitsplatz nachdenken, wenn eine andauernde Belastung des Handgelenkes zu befürchten ist. Mindestens sind die |
Arbeitsunfähigkeit
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| Arbeitsabläufe und Arbeitsgeräte kritisch zu überprüfen
und gegebenenfalls zu ersetzen. Eine Jobrotation kann dabei helfen die
Folgen einseitiger Belastungen zu verringern, genauso wie kurze Pausen
mit einfachen gymnastischen Übungen. Für die Arbeit mit vibrierenden Geräten gibt es spezielle persönliche Schutzausrüsten, wie zum Beispiel Schutzhandschuhe, welche die Vibrationen teilweise absorbieren. |
Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach der
Operation hängt vom Einzelfall ab, vor allem auch von der geforderten
Belastbarkeit. Nach Operationen an einem Knochen wird im allgemeinen
mit 3-4 Monaten bis zur vollen Belastbarkeit gerechnet. Ob die Operation
erfolgreich war, läßt sich nach etwa 6-9 Monaten sagen.
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7. Quellen und externe Links |
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| Website
von Dr. med. Kurt Steffens Webseite von Uwe Herrmann (mit Forum und OP-Erfahrungen) Webseite von Monika Löcken (mit Ärzteliste, Newsletter und Chat) Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie (mit Leitlinien zur Behandlung der Lunatummalazie) Gudrund Steffen-Adler: Zur Äthiologie des Morbus Kienböck Journal of Hand Surgery: Kienbock Disease by Geoffrey Hooper, Volume 17 p3-4, 1992 Hand Clinics: The history of Kienbocks disease by Michelle Gerwin, 09. Aug. 1993 International Journal of Occupational Medicine and Environmental Health: Kienbocks Disease by T.K. Fredricks, J.E. Fernandez and Miguel A. Pirela-Cruz, Oktober 1997 |
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