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Inhalt:

1. Einführung
2. Ursachen
3. Symptome
4. Diagnose
5. Therapie
6. Krankheitsverlauf
7. Prävention
8. Quellen

Pityriasis versicolor

Kleienpilzflechte


[neu am 15. Mai 2005]



Wichtiger Hinweis:

Bitte beachten Sie, dass dies ein Text ist, der von einem Laien für andere Laien geschrieben wurde. Er soll Sie über das Krankheitsbild informieren. Er kann nicht die kompetente Diagnose durch einen Arzt ersetzen. Bitte versuchen Sie nicht sich selbst zu behandeln. Bei dem Text handelt es sich in wesentlichen Teilen um eine Zusammenfassung der im Kapitel 9 genannten Quellen. Eine Garantie auf Richtigkeit kann daher nicht gegeben werden.




1. Einführung

Synonyme
Die Pityriasis versicolor ist eine relativ harmlose, vor allem kosmetisch störende Pilzerkrankung der Haut. Der Kleienpilz, der die Pityriasis versicolor verursacht heißt Malassezia furfur und gehört zu den Hefepilzen. Dieser fettliebende Pilz gehört bei erwachsenen Menschen zur natürlichen Pilzflora der Haut. Manchmal kommt es zu einem übermäßigen Wachstum dieses Pilzes und es bilden sich bräunliche Flecken, bzw. helle Flecken auf gebräunter oder dunkler Haut.
Andere Bezeichnungen für Pityriasis versicolor:
Kleinenpilzflechte
Tinea versicolor

Andere Bezeichnungen für Malassezia furfur:
Pityrosporon orbiculare
Pityrosporon ovale


2. Ursachen

Warum es zur plötzlichen Vermehrung des Pilzes kommt, ist nicht genau bekannt. Es sind jedoch einige Bedingungen bekannt, die das Wachstum fördern. Dies sind:
  • eine hohe Feuchtigkeit der Hautoberfläche
  • eine starke Schweiß- oder Talkproduktion
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • bestimmte Erkrankungen wie Diabetis oder das Cushing Syndrom (z.B. nach einer Kortison-Behandlung)
Begünstigend wirkt auch die Anwendung von fettsäurhaltigen Cremes wie z.B. Sonnencremes. Weitere begünstigende Faktoren könnten auch die Einnahme von Cortiosteroiden, der Antibabypille oder Antibiotika sein. [2].

Im heißen und feuchten tropischen und subtropischen Regionen tritt die Erkrankung wesentlich häufiger auf (40-50%), als in gemäßigten Regionen (1-2%). Folgerichtig kommt die Erkrankung im Europa im Sommer häufiger vor, als im Winter. [3][4] Dagegen gibt es keine Hinweise darauf, das es geschlechter- oder rassenspezifische Unterschiede gibt. [4]

Für die Erkrankung ist vermutlich eine genetische Disposition mit erforderlich, denn auch bei ständigem Kontakt ist die Erkrankung nicht ansteckend. [2]



3. Symptome

Krankheitsbilder

Pityrisais versicolor entwickelt sich meist über Monate hinweg, verursacht abgesehen von der Hautveränderung, jedoch praktisch keine Symptome. Juckreiz entsteht nur sehr selten.

Die betroffenen Regionen weisen scharf abgegrenzt runde oder ovale Flecken auf, die auf heller Haut meist bräunlich, auf dunkler Haut dagegen oft weißlich wirken. Im späteren Stadium gehen die Flecken ineinander über und können große ineinander übergehende Areale des Körpers bedecken. Durch leichtes Kratzen entsteht leicht eine oberflächliche Schuppung.

Die unterschiedliche Färbung der Flecken entsteht, weil der Pilz die Verteilung des Hautpigmentes Melanin stört, welches für die Bräune der Haut verantwortlich ist. Meistens sorgt das für eine übermäßige Pigmentierung, also bräunliche Flecken. Manchmal kommt es jedoch auch zu einer Depigmentierung, also weißlichen Flecken. Diese Form der Erkrankung wird als Albatyp (alba = bleich, weiß) bezeichnet. [2] Offensichtlich verursacht Sonneneinstrahlung die Produktion bestimmter Chemikalien im Pilz, die das Bräunen verhindern. Gleichzeitig kommt es trotzdem nicht zum Sonnenbrand, da einige dieser Chemikalien wohl als UV-Filter wirken. [1] [4]

Diesem Wechselspiel der auftretenden Färbungen verdankt die Erkrankung ihren Namen: versicolor = wechselnde Farbe.

Im Allgemeinen beginnt die Ausbreitung an Körperregionen mit höherer Schweiß- oder Talkproduktion z.B. Rücken, Schultern oder Brust. Der Pilz findet sich jedoch auch häufig auf der behaarten Kopfhaut.

Bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem treten die Flecken nicht wie üblich am Rumpf auf, sondern im Gesicht oder an einzelnen Stellen von Armen und Beinen. [4]

Bei einigen Menschen infiziert der Pilz auch die Haarwurzeln auf Brust und Rücken, woduch ein Erscheinungsbild entsteht, das sehr stark einer Akne ähnelt. Dieser Zustand wird als Pityrosporum Follikulitus bezeichnet. Hierbei kann es zu einem Juckreiz kommen. Von Pityrosporum Follikulitus sind vor allem Frauen im Alter von 30-40 Jahren betroffen.

Bild 1:



Bild 2:



4. Diagnose

ICD10 Code
Da viele andere Pilzerkrankungen der Haut ein ähnliches Erscheinungsbild verursachen, müssen zur sicheren Diagnose einige Hautschuppen unter dem Mikroskop betrachtet werden. Dazu wird mit einem durchsichtigen Klebefilm etwas Material von der Haut abgenommen und angefärbt.
Der ICD10 Code ist eine internationale Klassifikation von Krankheiten und Diagnosen und dient in Deutschland zur Abrechnung mit den Krankenkassen. Der ICD10 Code für die Diagnose Pityriasis Versicolor lautet "B36.0"



5. Therapie

Die Art der Therapie richtet sich vornehmlich nach dem Ausmaß der Pityriasis versicolor.

In leichteren Fällen genügt die äußerliche Behandlung mit einer Lotion, Schampoo, Waschgel oder Spray, das ein pilztötenden Stoff (Antimyotikum) enthält. Das können zum Beispiel die Antimyotika Seleniumsulfid oder Ketoconazol sein. Das Medikament wird über mindestens zwei Wochen, je nach Behandlungsform 1-2 mal täglich, auf die betroffenen Hautareale und deren Umgebung aufgetragen. Um rasche Rückfälle zu verhindern, muss immer auch die behaarte Kopfhaut mit behandelt werden.

In schwereren Fällen wird das Antimyotikum innerlich in Form von Medikamenten angewendet. Hierzu bieten sich die Wirkstoffe Ketoconazol oder Itraconazol an. Neben möglichen Nebenwirkungen (z.B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel oder Leberschäden) sind vor allem unerwünschte Wechselwirkungen mit vielen anderen Medikamenten möglich. Patienten mit Leber- oder Nierenschäden sollten auf diese Medikamente verzichten, ebenso wie Schwangere und stillende Mütter. [2]

Bei wiederholten Auftreten kann vorbeugend eine regelmäßige Anwendung von Shampoos oder Lotionen sinnvoll sein.
 


6. Krankheitsverlauf

Die Behandlung führt recht schnell dazu, dass die Anzeichen der Pityriasis versicolor rasch wieder verschwiden. Die depigmentierten Flecken bleiben jedoch noch einige Wochen bis Monate bestehen, bis sich die Haut wieder regeneriert hat. Narben bleiben nicht zurück.

Ist es einmal zu einem Ausbruch von Pityrisis versicolor gekommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es immer wieder zu neuen Ausbrüchen kommt. Eine regelmäßige Prophylaxe, vor allem in den Sommermonaten kann dann sinnvoll sein.


7. Prävention

Wie bei allen anderen Pilzerkrankungen auch, ist das Sauber- und Trockenhalten der Haut der wichtigste Schutz vor einer Infektion. Eng anliegende und schlecht luftdurchlässige Kleidung sollte vor allen in den Sommermonaten vermieden werden. Das gilt besonders für Personen, die aus verschiedenen Gründen häufig schwitzen (z.B. auch Sportler) oder zu einer starken Talkproduktion neigen. [2]

Nach dem Ausbruch der Krankheit empfiehlt es sich Kleidung und Bettwäsche bei hohen Temperaturen zu waschen oder zu desinfizieren. [2]


8. Quellen und externe Links

[01] British Association of Dermatolgists
[02] Medicine Worldwide
[03] Netdoktor
[04] eMedicine




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